Mehr über mich

Fiktives Interview

Was lieben Sie am meisten an Ihrer Arbeit?

In meine Beratung oder Seminare/Workshops kommen die unterschiedlichsten Menschen mit vielfältigen Anliegen und Themen. Ich darf Vielfalt leben, darf auch neue Themen aufgreifen und weiterentwickeln. Das schützt mich vor reiner Routine.

Noch etwas: Mein ursprünglicher Berufswunsch war „irgendwas mit Kunst“ zu machen. Es hat lange gebraucht, bis ich begriffen habe, dass meine Beratungs- und Seminartätigkeit tatsächlich etwas von einer kreativen, künstlerischen Arbeit hat, in der Art, wie ich meine Einfälle, Assoziationen und Intuition mit handfesten Ratschlägen und Informationen verbinden kann.

Sie sind Lehrerin gewesen, dann Diplom-Pädagogin in der Erwachsenenbildung, haben dann etliche Jahre in der psychosozialen Beratung von Krebspatienten gearbeitet. Können Sie mit wenigen Worten benennen, was für Sie die Essenz Ihrer beruflichen Erfahrung in diesen drei Arbeitsfeldern war?

Als junge Lehrerin habe ich damals an den konservativen Verhältnissen an der Schule gelitten. Mit innovativen Projekten habe ich mir und den Schülerinnen und Schülern mehr Raum zum „Eigen-Sinn“ gegeben. – Essenz: Ich ziehe offene Räume den geschlossenen vor.  

In der Erwachsenenbildung habe ich mit Freude Lernprozesse „auf Augenhöhe“ gestaltet und mir methodische Vielfalt erworben. – Essenz: Ich stehe gerne „vorne“ und nehme mich auch gerne zurück, um Lernen durch eigenes Tun zu ermöglichen.

Als Mitarbeiterin einer Beratungsstelle habe ich nochmal Flexibilität in der Umstellung auf einen ganz neuen Bereich bewiesen. In der Beratung von Krebspatienten habe ich das Leben mit seinen vielen Facetten, und gerade auch mit der Endlichkeit, mehr lieben gelernt. – Essenz: „Rat ist wie Schnee: je leiser er fällt, desto länger bleibt er liegen“ und – um im Bild zu bleiben – für den „Schnee“ muss der Boden (Vertrauen) bereitet sein.

Würden Sie sagen, dass diese „bunte“ Berufsbiografie und Ihre Lebenserfahrung Ihre besondere Kompetenz ist für die Beratung von Menschen, die berufliche Orientierung suchen.

Ja. Mir sind lehrreiche „Umwege“ in der Karriere nicht fremd. Interessant ist ja, dass ich erst im Rückblick einen roten Faden in meiner Berufsbiografie erkennen konnte. Nutzbar mache ich diese Lebenserfahrung, indem ich in meinen Beratungen z. B. einen Blick für Muster in beruflichen Lebenswegen habe. Mit dem Wissen um das Muster entsteht eine Wahlmöglichkeit: im Muster zu bleiben oder nach neuen Kriterien zu entscheiden.

Was würden Sie als Ihre Stärke bezeichnen?

Meine Stärke ist,

  • mich im Kommunikationsstil gut auf mein Gegenüber einzustellen
  • mit sprachlichen Bildern/Metaphern zu arbeiten
  • zu ermutigen, aber auch Grenzen deutlich zu machen
  • das Potenzial einer Gruppe zur Entfaltung zu bringen

Welche Menschen haben Sie in Ihrer beruflichen Entwicklung besonders geprägt?

Jakob Levy Moreno, Psychodrama Soziometrie Soziodrama

Jonathan Fox, Playback-Theater

Matthias Varga v. Kibéd, Insa Sparrer, Systemische Strukturaufstellung

Bernd Schmid, Systemisches Coaching, besonders: Seelische Hintergrundbilder

Gunther Schmidt, hypnosystemischer Ansatz, besonders: Schwächen nutzbar machen,  nicht „wegmachen“ wollen

Ihre Interessen über den beruflichen Tellerrand hinaus?

Ich habe mein Interesse für Kunstgeschichte wiederentdeckt und erlaube mir wieder die Lust am Schauen und Verstehen von Kunst. So habe ich z. B. den Kölner Dom für mich neu entdeckt und vermittle das begeistert weiter. – Durch meine Beteiligung an einer Bürgerinitiative schaue ich genauer hin, was in meiner Stadt passiert. Mein Gewinn: weniger Ohnmacht, mehr Selbstwirksamkeit.